Donnerstag, 29. September 2011

So könnte eine Kolumne von mir anfangen:

Es gibt Leute (und ihre Zahl ist nicht klein), die der Meinung sind, es sei in irgendeiner Weise entscheidend, was man denn gehört hat 1977. Oder 1980. Hat man sich '77 die „Never mind the Bollocks“ noch warm vom Presswerk mit nach Hause geholt, dann erhebt das einen über diejenigen, die sich damals „Let there be Rock“ oder „Aja“ oder „Even in the quietest moments“ gekauft haben.

Ich kenne nicht wenige, die sowas behaupten. Ich weiss das, weil ich es längst aufgegeben hab', mich noch gross ausserhalb von Facebook und überhaupt im Jenseits des Internets zu bewegen. Denn was könnte mir das so genannte reale Leben noch zu bieten haben. Auf Facebook also erfahre ich solcherlei, meist von irgendwelchen längst erbleichten Punkgrössen. Dort geben die gerne und oft ihre geschmäcklerischen Ergüsse zum besten und ernten damit viel Applaus, vor allem von Leuten, deren Eltern sich '77 noch nicht mal gekannt haben. Da stellt sich rasch Nestwärme ein, wenn Vater und Sohn sich gegenseitig der ewigen Wahrheiten vergewissern und man folgt dem Treiben manchmal gebannt, manchmal nur mit Bleigewichten auf den Augenlidern.

Hans Castorp wird beim Eintritt ins Lungensanatorium krank.

Hier aber wollen wir für Gesundheit sorgen.

Da ist einfach drin.

Einfach die Wahrheit.